Energieeffizientes Bauen und Sanieren in Österreich

Gesetzliche Grundlagen

Aktionsplan für Energieeffizienz

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft entwickelte in Anlehnung an die Richtlinien der EU einen umfassenden Aktionsplan für Energieeffizienz. Ziel ist die Erhöhung der Energieeffizienz zwischen 2008 und 2017 um jeweils ein Prozent pro Jahr. (www.bmwfw.gv.at)  

 

Austrian Masterplan

Zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts Österreich wurde durch das Bundeskanzleramt und mehrere Ministerien ein nationaler Masterplan entwickelt, mit dessen Hilfe Österreich auf europäischer Ebene eine führende Position im Bereich der Umwelttechnologien einnehmen soll. Ein wichtiges Hauptziel dieses Masterplans ist die Entwicklung von Standardkriterien für Passivhäuser im Hinblick auf eine finanzielle Förderung. (www.bmwfw.gv.at)

Informationen zum Beschäftigungswachstum in der Umwelttechnik-Industrie gibt es im Beitrag: Umwelttechnologie "made in Austria" sichert Umwelt- und Lebensqualität (www.lebensministerium.at)

 

Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG)

Mittlerweile greift in ganz Österreich ein weitgehend einheitliches Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG). Damit ist seit Januar 2009 bei Verkauf und Vermietung von Gebäuden der in der ÖNORM H 5055 geregelte Energieausweis Pflicht. Seit 1. Dezember 2012 gilt ein neues Bundesgesetz. Es ist anzuwenden auf Verkaufs-, Kaufs- und Bestandverträge, die nach diesem Zeitpunkt geschlossen werden, und auf In-Bestand-Gabe-Anzeigen, die ab diesem Zeitpunkt veröffentlicht werden. Die Anzeige des Heizwärmebedarfs und der Gesamtenergieeffizienz-Faktor eines Gebäudes oder Nutzobjektes ist Pflicht.

Weitere Informationen: Bundesgesetzblatt für die Bundesrepublik Österreich, Ausgabe 20. April 2012

 

Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB)

Zur Steigerung der Energieeffizienz bei Neu- und Altbauten wurden neben dem Energieausweisvorlagegesetz (EAVG) auch die Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (OIB) eingeführt. (www.oib.or.at)



Standards

Energie-Plus-Haus

Das Energie-Plus-Haus ist noch nicht als technischer Standard definiert.

 

klima:aktiv Gebäudestandard

Der klima:aktiv Gebäudestandard ist ein von der Klimaschutzinitiative des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft definierter Standard für Energieeffizienz und ökologische Qualität. Der Standard geht über den reinen Energiestandard und die Nutzung erneuerbarer Energien hinaus und hat zudem die Reduzierung des CO2-Ausstoßes zum Ziel. (www.klimaaktiv.at)

 

Niedrigenergiehaus

Für das Niedrigenergiehaus gibt es nach der Bauvorschrift des Energieausweis-Vorlage-Gesetzes (ÖNORM H 5055) je nach Heizwärmebedarf (zwischen 15 und 50 kwh/m² pro Jahr) drei Kategorien:

  • A Niedrigstenergiehaus
  • A+ Niedrigstenergiehaus
  • B Niedrigenergiehaus


Passivhaus

Das Passivhaus soll einen Heizwärmebedarf (HWB)  von 15 kWh/m²a nicht überschreiten, berechnet nach PHPP (Passivhaus Projektierungs-Paket vom Passivhaus Institut, Darmstadt). Die Gebäudehülle ist wärmebrückenfrei und luft- bzw. winddicht auszuführen. Der Energieverbrauch (inkl. Haushaltsstrom) muss mit umweltfreundlichen Mitteln abgedeckt werden.

Die Interessengemeinschaft IG Passivhaus Österreich, mit einem Dachverband und sieben regionalen Vereinen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Passivhaus-Standard umzusetzen und weiterzuentwickeln. (www.igpassivhaus.at)

 Die in Österreich geltenden Gebäudestandards entsprechen weitgehend den deutschen Standards.





















 Bei einem Heizwärmebedarf unter 15 kwh/m² pro Jahr spricht man von einem Passivhaus. Ein Wert zwischen 50 und 100 kwh/m² pro Jahr entspricht dem Zielwert der allgemeinen Bauvorschrift. 



Zertifizierungen

klima:aktiv Gebäude

Der klima:aktiv-Gebäudestandard ist ein Qualitätsnachweis für Neubauten und Sanierungen von Wohn- und Bürogebäuden. Nach einem 1000-Punktesystem werden vier Kategorien bewertet: Planung & Ausführung, Energie & Versorgung, Baustoffe & Konstruktion, Raumluftqualität & Komfort. Neben der Ausführung klima:aktiv-Haus gibt es das klima:aktiv-Passivhaus, bei dem unter anderem der Heizwärmebedarf mindestens 80% unter dem Verbrauch gängiger Neubauten liegen muss.

klima:aktiv ist eine Initiative des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft. Die Koordination der Maßnahmen liegt bei der Energieagentur Austrian Energy Agency. Die Initiative bietet Informationen und Beratungen zum Thema "energieeffiziente Gebäude" und zeichnet Immobilien darüber hinaus mit dem eigenen Gebäudestandard klima:aktiv-Gebäude aus. (www.klimaaktiv.at)

 

Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI)

Die 2009 gegründete Österreichische Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI) nutzt den Kriterienkatalog des DGNB-Zertifikats der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zur Bewertung von Büro- und Verwaltungsneubauten. Im Rahmen der Internationalisierung wurde das Zertifikat auf die österreichischen Ausgangsbedingungen angepasst. (www.ogni.at)

 

Total Quality Bauen (TQB)

TQB ist ein Bewertungssystem, das von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) umgesetzt wurde. Der Aufbau wurde mit klima:aktiv abgestimmt. TQB ist als offener Standard konzipiert, der jedem Interessenten frei zur Verfügung steht. Man wollte sich hier bewusst vom Trend zu den teuren Labels abgrenzen. Die Bewertung wird über ein kostenloses, digitales Bewertungstool eingeleitet, mit dem eine Dokumentation erstellt werden kann, die schließlich von der ÖGNB überprüft wird.

Grundlage des österreichischen Bewertungslabels TQB ist, wie auch beim italienischen Protocollo Itaca, die Methode der internationalen Initiative International Initiative for a Sustainable Built Environment (iiSBE). Sie wurde inhaltlich durch das Österreichische Ökologie-Institut und das Österreichische Institut für Baubiologie und Bauökologie ergänzt. (www.oegnb.net) 



Wichtige Adressen

Austrian Energy Agency

Informationen rund um das Thema Energie und Hinweise zu Förderungen erhält man auf den Seiten des österreichischen Kompetenzzentrums für Energie (Austrian Energy Agency). Hier findet man auch die Bauvorschriften zum Energieausweis der einzelnen Bundesländer. (www.energyagency.at)

 

Beratungseinrichtungen der Bundesländer

 

Klima:aktiv

Als ein Teil der österreichischen Klimastrategie wurde 2004 das Projekt klima:aktiv geschaffen, das insbesondere die Bereiche Bauen und Sanieren sowie erneuerbare Energien fokussiert. (www.klimaaktiv.at)