Erneuerbare Energien in der Schweiz

Gesetzliche Grundlagen

Energieverordnung (EnV) und Energiegesetz (EnG)

Die Energieverordnung (EnV) regelt die Kennzeichnung, Herkunft und Produktionsart von Energie, während das Energiegesetz (EnG) für eine ausreichende, breit gefächerte und umweltverträgliche Energieversorgung sorgen soll. Im Art. 7  des EnG werden Netzbetreiber verpflichtet, in ihrem Netzgebiet Energie aus erneuerbaren Energien (außer Wasserkraftanlagen mit einer Leistung über 10 MW) abzunehmen und zu vergüten.

 

HKN- Herkunftsnachweispflicht

Am 20. Dezember 2006 ist die UVEK-Verordnung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in Kraft getreten. Die Verordnung regelt den Nachweis der Produktionsart und der Herkunft von Elektrizität und ist ein Instrument zur Erleichterung des Handels mit Strom aus erneuerbaren Energien. Die schweizerische Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG stellt diese Herkunftsnachweise aus. (www.swissgrid.ch)

 

KEV – Kostendeckende Einspeisevergütung

Die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist ein Vergütungssystem, welches Erzeuger von erneuerbaren Energien finanziell unterstützt und die Differenz zwischen Erzeugungskosten und dem Marktpreis deckt. Die Anmeldung ist an die schweizerische Übertragungsnetzbetreiberin Swissgrid AG zu richten. (www.bfe.admin.ch)

 

MKF – Mehrkostenfinanzierung

Die Mehrkosten, die dem Energieversorgungsunternehmen (EVU) durch die Verpflichtung zur Abnahme von Strom aus erneuerbaren Energien entstehen, sollen durch den Mechanismus der Mehrkostenfinanzierung MKF aufgefangen werden. (www.swissgrid.ch)



 

Die Biomassestrategie Schweiz legt Ziele zur Produktion und Nutzung von Biomasse fest.

Biomasse und ihre biogenen Abfälle haben als Energiequelle große Bedeutung. Darum haben die Bundesämter für Energie, Landwirtschaft, Raumentwicklung und Umwelt gemeinsam zu diesem Thema eine Strategie erarbeitet. Die Biomassestrategie ist zwar keine rechtswirksame Richtlinie, sie soll aber als Leitfaden zur weiteren Gesetzgebung in diesem Bereich dienen. Die drei Zieldimensionen der Biomassestrategie sind: ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und gesellschaftliche Solidarität. ( www.bfe.admin.ch )

 

Die genauen Tarife der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) werden individuell bestimmt. Die Mehrkostenfinanzierung (MKF) gilt für die Bereiche Biomasse (Holz, ohne Abfälle) und Klär- und Biogase. ( www.bfe.admin.ch )

Die Schweiz ist bei der Nutzung von Erdwärme mittels Sonden weltweit führend.

Die Tarife zur kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) werden individuell und in Abhängigkeit von der Art der Anlage und dem technologischen Fortschritt bestimmt. Weitere Informationen stellt die Schweizerische Vereinigung für Geothermie zur Verfügung. ( www.geothermie.ch )

Photovoltaikanlagen fallen in der Schweiz unter die Herkunftsnachweispflicht.

Photovoltaikanlagen gelten als Energiegewinnungsmöglichkeiten, die nach Art. 7 EnG gefördert werden. Betreiber können sowohl die kostendeckende Einspeisevergütung(KEV) als auch Mehrkostenfinanzierung(MKF) in Anspruch nehmen. Die Vergütungsdauer beträgt je nach Anlageart zwischen 20 und 25 Jahre.

Die Anmeldung ist an die nationale Netzgesellschaft Swissgrid zu richten. ( www.swissgrid.ch )



Ein Überblick über die aktuell gültigen Einspeisetarife für alle Technologien steht auf der RES Legal Europe Datenbank zur Verfügung.



Auskünfte zu kantonalen Förderprogrammen bekommt man bei den kantonalen Energiefachstellen, bei den kantonalen Energieberatungsstellen oder bei Swissolar, dem schweizerischen Fachverband für Sonnenenergie. ( www.swissolar.ch )

Für solarthermische Anlagen gibt es Förderbeiträge von Kantonen und Kommunen. Außerdem können Investitionskosten für Solaranlagen (wie auch für Photovoltaikanlagen) steuerlich geltend gemacht werden. ( www.swissolar.ch )



Wichtige Adressen

Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (A EE)

Die A EE vertritt die Interessen von Unternehmen und Verbänden, die in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz aktiv sind. Das Ziel: die Öffentlichkeit soll für eine nachhaltige Energiepolitik sensibilisiert werden. (www.aee.ch)

 

Bundesamt für Umwelt (BAFU)

Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation im Bundesamt für Umwelt hat 2008 Aktionspläne beschlossen, die eine effiziente Energienutzung und die Erhöhung des Anteils an erneuerbaren Energien im Fokus haben. (www.bafu.admin.ch)

 

Schweizerische Energiestiftung (SES)

Die Schweizerische Energiestiftung wurde 1976 gegründet und engagiert sich seither für eine intelligente, umwelt- und menschengerechte Energiepolitik. In ihren Zielen orientiert sie sich an der 2000-Watt-Gesellschaft. Die SES setzt sich für den effizienten Einsatz von Energie und die Förderung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen ein. (www.energiestiftung.ch)